Was Sie über Rechtschutzversicherungen wissen sollten

Was kostet ein Rechtsstreit ?

Bei einem Streitwert von z.B. EUR 1.500, -- liegen die Anwalts- und Gerichtskosten in erster Instanz bei rund EUR 1.100, -- und in zweiter Instanz bei ca. EUR 1.400, --. Die Rechtsanwaltshonorare und Gerichtskosten sind nur ein Teil. Gutachterkosten oder Zeugenentschädigungen kommen nicht selten hinzu. Das Risiko, die Kosten der Gegenseite ganz oder teilweise mit zu tragen, besteht in jedem Falle.

Nachfolgend finden Sie das mögliche Kostenrisiko bei einem Rechtsstreit.

Welche Vorteile bietet eine Rechtschutzversicherung ?

Eine Rechtschutzversicherung übernimmt die Kosten einer rechtlichen Auseinandersetzung. Hierzu zählen z.B.:

  • die gesetzliche Vergütung des eigenen Rechtsanwaltes
  • Gerichtskosten
  • Kosten des gegnerischen Anwalts ( im Falle des Unterliegens )
  • Kosten eines Korrespondenzanwaltes
  • Sachverständigenkosten, Gutachterkosten, Zeugengelder, Übersetzungskosten
  • Strafkaution ( im Ausland )
  • Gebühren eines Schieds- oder Schlichtungsverfahrens

Welche Risikobereiche kann eine Rechtschutzversicherung absichern ?

Eine Rechtschutzversicherung hilft in vielen Lebensbereichen. Folgende werden hierbei unterschieden:

  • Verkehrsbereich ( z.B. Auto, Motorrad, Kleinkraftrad )
  • Privat - und Berufsbereich
  • für Mieter oder Eigentümer von Wohneinheiten oder Immobilien / Grundstücken
  • freiberuflicher bzw. gewerblicher Bereich

Wann kann ich eine Rechtschutzversicherung abschließen ?

Es ist zu spät, eine Rechtschutzversicherung abzuschließen, wenn ein Rechtsstreit bereits absehbar ist. Die Versicherer leisten nur für Fälle, die sich während der Vertragslaufzeit ereignen.

Beantragen Sie das erste Mal eine Rechtschutzversicherung, so sind im Schadenfall entsprechende Wartezeiten zu berücksichtigen. Näheres dazu finden Sie hier.

Was ist in einer Rechtschutzversicherung nicht versichert ?

Es wäre falsch, eine Rechtschutzversicherung unter dem Eindruck abzuschließen, wirklich für jede Lebenslage abgesichert zu sein. Natürlich gibt es wichtige Ausschlüsse in der Rechtschutzversicherung, zum Beispiel:

  • Streitigkeiten in Zusammenhang mit vorsätzlich begangenen Straftaten
  • Streitigkeiten zwischen Personen, die innerhalb einer Police versichert sind
  • Streitigkeiten aus Termin- und Spekulationsgeschäften
  • Verkehrsangelegenheiten, wenn der Fahrer nicht die richtige Fahrerlaubnis hatte
  • Baufinanzierungen, genehmigungspflichtige Neu-, Um- und Ausbauten an Gebäuden
  • Halte- und Parkverstäße
  • Familien-und Erbrechtliche Angelegenheiten (hier ist nur eine Beratung versichert)

Deshalb gilt: Vor Abschluß der Rechtschutzversicherung sollten Sie sich ein genaues Bild über die Deckungsinhalte machen.